Beobachtungen im Bereich 'Copyright'

Unsichere Kantonisten

Sonntag, November 23rd, 2014

Monate später, nichts ist mehr sicher: Hat doch der Döpfner recht, weil Monopole wirklich und was Schlimmes sind?

Wir grüßen Jaron Lanier!

transparenz teilweise

Was ist bloß aus der künstlichen Intelligenz geworden..?

Sascha Lobo bestätigt zum Glück, dass nicht Technik Menschen, sondern Menschen Technik gestalten.

Oder wir alle mit den Maschinen und den Programmen und den Geheimdiensten gemeinsam alle diese sucking touchpoints bilden.
“A need in a specific point of time and place.”

Eigentum am Entgleiten

Sonntag, August 10th, 2014

Das letzte europäische Urteil zum so genannten “Recht auf Vergessen” erhitzt weiter die Gemüter. Und verwirrt die Geister. Sascha Lobo bemerkt immerhin scharfsinnig, dass Vergessen Gewußthaben voraussetzt und Daten (Informationen) auch dann weiter gespeichert und auffindbar bleiben, wenn Google sie auf privaten Antrag in den Suchergebnissen unterdrückt.

So begibt sich zu der Zeit, dass windige Suchmaschinenoptimierer (die Branche spricht von Black Hat-SEOs) Betreiber von Blogs wie diesem anschreiben und auffordern, sie mögen bitte schleunigst die von den Profi-Linkbuildern einst selbst unlauter eingeschmuggelten Backlinks (Blogkommentar-Spam) entfernen. Wenn die Blogger nicht spuren, drohe die Abwertung ihrer Stellung im Suchergebnisstau zum Glück.

affen-selfie-gemein-gut

Verkehrte Welt. Können wir die wenigstens kalkulieren, etwa mit den Modellen der Wirtschaftswissenschaften? Ockenfels meint, ja die Spieltheorie hilft.

Ob ein nicht-menschlicher Sichselbstfotografierer die Urheberschaft an seinem Selfie nicht begründen kann, wie Wikipedia meint und damit dankenswerterweise diesen oben abgebildeten lustigen Affen vergemeinschaftet, verweist auf andere schwierige Entscheidungen.

Das mit dem (Recht auf ein dummes) Selbstbild (und an diesem) ist sowieso eine recht heikle Sache.

Unser Haus spricht mit Superschurken

Sonntag, April 20th, 2014

Alles kommt zu seiner Zeit: Smart Home vermutlich erst 2015 massenweise nach Deutschland. Da der Gesetzgeber deutsche Haushalte nicht zur Vernetzung verpflichtet, liegen Chancen von Energieversorgern, Elektrokonzernen und Unternehmensberatern brach. Nur wenn wir alle per Smart Meter unseren Strom messen und regeln können, werden wir endlich Elektrotankstellen als Batterien nutzen und den Charme der Nachtspeicherheizung wiederentdecken.

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Nest muss sich also zunächst mit der Steuerung britischer Haushalte und dies im Schlepptau der RWE zufriedengeben.

RWE erhofft sich von der Zusammenarbeit ein Umsatzwachstum. Das Unternehmen betätigt sich in den letzten Jahren verstärkt im Bereich “Smart Home”, um Einnahmeausfälle bei den traditionellen Kraftwerken durch die zunehmende Verwendung von Ökostrom zu kompensieren.

Ist also der Verdacht berechtigt, dass es beim Regeln eines zugegeben schönen Thermostats (welcher Fetischismus ist heute schon bizarr?) nicht ausschließlich ums Stromsparen geht?

Some utility partners are willing to spend $30 to $50 per year and per thermostat to be able to turn the air conditioner up when it’s a hot day. This way, the utility can levels load on the grid.

Wie ist ansonsten die Lage in der Digitalkultur? Der größte belgische Provider (Liberty-Investment) schaltet SD-Sender einfach ab, um den Verkauf von HD-Rekordern zu beflügeln. Stoisch beharren Polizeigewerkschafter ausdrücklich auf der Speicherung von Vorratsdaten, obwohl das Max-Planck-Institut diesem Instrument Marginalität in der Strafaufklärung bescheinigt. Und Amerikas Autoren befürchten, dass ihr großes Land bald als Schurkenstaat gilt, in dem ein jeder (Google natürlich!) einfach alles scannen und monetisieren darf.

Daher haben wir wie Springer-Vorstand Döpfner große Angst. Vor der Suchmaschine, den Anzeigen, dem Datendiebstahl und den globalen Superschurken. Gut, dass wir in Germania kleinere Brötchen backen, Wahrlich, da wird schizophrener Liberalismus alternativlos wahr.

Überwachen und Schweigen

Sonntag, August 4th, 2013

Es stimmt.

Wir haben PRISM, Tempora und XKeyscore.
Und, ja, ich, Unitymedia.

neue nsa-zentrale gelbachtal

Erscheint euch auch der Gedanke gewöhnlich, dass
dies ein Netz-Anschluss/Zugangs-Detail-Problem sei?

Ach, Verzeihung, ich schweifte ab:
Die Ausgaben für IT-Infrastruktur steigen,
und die Verlage sind trotz LSR dabei.

Leistungserschleichung

Samstag, Februar 23rd, 2013

Ende Februar und schon wieder Schnee. Das ist normal.

So wie Bedeutung sich abschleift, ein Fragment übersteht.
Jenes ist dem Internetkampfbegriff Shitstorm widerfahren.

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Weniger ehrenwert empfindet das Publikum hingegen, eigene Wortkreationen unter irgendeinem (inneren) Druck zu widerrufen, um sich derer damit erneut zu rühmen.

In Stuhlgewittern war das.
Eine kleine Abschweifung

Ach ja, PS: eco und Google meinen, der Entwurf zum Leistungsschutzrechtsgesetz sei verfassungswidrig.

Zensur rund um die Uhr

Sonntag, November 11th, 2012

Jetzt reicht’s aber. Ständig muss ich in Zusammenhang mit Apple etwas über Titten und Geschlechtsorgane lesen.

Die werden nämlich entfernt – aus dem App Store und Apps, aus Musik bei iTunes.

Missglückter Versuch, Apples prüde Regeln zu brechen.

Wie man das nennt? Zensur!
Jedenfalls liegt die ZEIT nicht weit entfernt.

Zeit fürs Großreinemachen also? Lessig will die Friedenspfeife rauchen, Bezos ist (inzwischen auch) gegen Patente, und Apple lizenziert die Schweizer Bahnhofsuhr nun doch.

O, digitale Gesellschaft! Während das Fernsehen stirbt, setzt Russland das Twitterverbot für Staatsdiener durch.

An was wir denken

Montag, Oktober 1st, 2012

…, wenn wir beispielsweise dieses Blog befüllen,
zeigt ansatzweise folgende Grafik:

wordle der kulturhohiot

Was genau dieser Wordle-Robot liest, analysiert und als Infografik ausspuckt, bleibt sein wunderbares Geheimnis.

Aber es passt irgendwie. Schon deinen eigenen Facebook-Graphen bei Wolfram Alpha erstellt?

Daten werden zu Bildern. Figuren ausgedruckt – von einem Drucker, der Materialien repliziert.

Magere Ausbeute, findet ihr? Nimmt dieses neue Urheberrecht. Oder checkt die nächste Wörterwolke.

word cloud kulturhoheit

Aber protestiert bitte nicht weiter gegen die Tagesschau.

Standardargumente der Ideologiekritik

Mittwoch, Mai 9th, 2012

Der Argumente sind genug gewechselt, jetzt geht’s an die Arbeit.

Ähnliches könnte meinen, wer Stefanowitsch’ offenen Brief an die Contentindustrie liest. Lasst uns also taxieren, was Offenheit genau kostet:

Merke: “Weder die Funktionalität eines Computerprogramms noch die Programmiersprache oder das Dateiformat, die im Rahmen eines Computerprogramms verwendet werden, um bestimmte Funktionen des Programms zu nutzen, [sind] eine Ausdrucksform dieses Programms.”

Wie war das noch gleich, Kathrin Passig? Wenn was Neues kommt, sind wir entweder unbegründet skeptisch oder im Aufstieg zu überschwenglich gestimmt.

Und nach dem Radiergummi suchen wir weiterhin.

Amerikaner und andere ACTAnden

Sonntag, Februar 5th, 2012

Trotz klirrender Kälte geht’s heuer heiß her. Nach dem vorerst erfolgreichen Widerstand gegen SOPA und PIPA in den USA begehrt unser mutiger östlicher Nachbar Ähnliches.

Die Gegner des europäischen Anti-Fälschungsabkommens müssen sich warm anziehen und sputen. Am besten telefonieren wir unsere Parlamentarier in Europa gemäß eines Gesprächsleitfadens der Digitalen Gesellschaft ab.

Ihr habt besseres zu tun, zum Beispiel Videos gucken oder alte Musikdateien verhökern? Dann aber Obacht, denn das elektronische Weiterverkaufen digitaler Dateien mit eingeschränkten Nutzungsrechten gerät unter paradoxen juristischen Beschuss, wie Googles Anwälte konstatieren:

“The present motion argues that the first sale doctrine—which permits the owner of a lawfully-made copy or phonorecord to sell it without needing the copyright owner’s permission—cannot apply to this case because no material objects change hands. But it also argues that ReDigi infringes Capitol’s exclusive right to ‘distribute copies or phonorecords’, despite its admission that no material objects are distributed. Either both provisions apply, and ReDigi’s service may be protected by the first sale doctrine, or neither applies, and ReDigi’s service does not infringe the distribution right.”

Also lieber wieder, wie meistens bis immer, bei Suchmaschine Eins und Facebook verbleiben? Ich habe letzte Woche mindestens zwei Mal Googles aktualisierte Datenschutzbedingungen akzeptiert – und werde es als Multiuser vermutlich wieder tun (müssen). Zum Glück sind meine amerikanischen Stasi-Cookies gar nicht so schlau, wie gedacht.

Wenn sich dann Microsoft als Patron seiner immerhin zahlenden Kundschaft inszeniert, seid gewarnt: Das könnte ein Wink mit dem Zaunpfahl sein. Denn früher oder später schleift sich jeder Sündenfall in unsere Zuckerberg’sche Chronik ein.

Tracking und harvesting – Zwischenbericht

Sonntag, Juli 10th, 2011

Am neuen Stützpunkt angekommen, beobachten wir: Irgendwer sieht immer irgendwas. Neuerdings ich, wie Websites meine Routen durchs Netz tracken – dem Firefox Add-on Collusion zum Dank.

Wenns nach der GEMA, der GVU, dem Börsenverband des deutschen Buchhandels und weiteren Verlagsverbänden geht, müssen Provider sofort wieder massig Nutzerzugriffsdaten bevorraten, um geistiges Eigentum besser zu schützen.

Quasi automatisch soll eine unabhängige Stelle mittels eines Systems aus Warnhinweisen und Sanktionen Urheberrechtsverletzungen aufspüren und ahnden. Nach all den Blockaden – GEMA goes on air?

Sammeln und sammeln lassen, ist wohl die Devise. Während Google Plus, soeben angelaufen, schon mit Speicherproblemen kämpft, ernten andere mit Antennenbasteleien Strom auf der WLAN- und Hochfrequenzsuppe.

Meine, deine Daten schaffen dank Mining einen neuen Wert. Denn auch Hardware gibt es mittlerweile als Open Source.