Zwischenstand Bild und Ton

Auch wenns noch schneit, die Sommerzeit beginnt. Mit ihr plant die gebeutelte Musikindustrie digitale Musik zum Pauschalpreis. In Verhandlungen wird höchstens noch gerungen, wie hoch der Ablass bemessen sein wird, den wir für den faktischen Fall des individuellen Copyrights an Musikstücken – oder ist es seine Wiederaufstehung? – zukünftig an Konzerne wie Apple oder Nokia entrichten. Die es statt der GEMA stellvertretend für die Urheber und deren Verleger pauschal kassieren sollen.

Derweil streiten die Befürworter und Gegner biometrischer Ausweisdokumente (heute Reisepaß, morgen Personalausweis) um das juristische Wesen von Fingerabdrücken. Jedenfalls liefert der Chaos Computer Club die aktuelle Ausgabe seines Mitgliedermagzins mit einer Schablone des Fingerabrucks von Innenminister Schäuble aus. Und bemerkt süffisant: „Das Innenministerium behauptete bei der Einführung biometrischer Pässe, dass Bilder des Gesichts und der Finger in ihrer Bedeutung für die Privatsphäre im wesentlichen identisch sind. ‚Wir haben nach der Logik des Innenministeriums also nur das Äquivalent von einem Foto einer Person des öffentlichen Lebens erstellt‘, erläuterte CCC-Sprecher Dirk Engling das Vorgehen des Clubs.“

Das klingt wie Musik in den Ohren: Wem gehört der eigene Fingerabruck, und wer darf ihn zu welchen Zwecken wie oft kopieren? Auch das heitere Abdrucksammeln von schnüffelfreudigen Politikern wird möglicherweise ein langwieriges Nachspiel haben.

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