Die fünfte Revolution

Es ist Sonntag, recht warm, aber eigenartig diesig. Man könnte Tagträumen. Wie Steve Ballmer auf der Cebit zum Beispiel. Seine fünfte Revolution, die natürlich kurz bevorsteht, werde mindestens vier Grundfeste des öffentlichen Lebens verändern:

Erstens den Ort, denn wir werden immer mobil und trotzdem anwesend sein. Wenns sein muss, per Hologram.

Zweitens die Identität. Da Bits und Bytes über alles Bescheid wissen werden, was das (ergo dein oder mein) Herz begehrt.

Drittens die Zeit: Informationstechnik wird unser Gedächtnis und unsere digitalisierte Vergangenheit.

Viertens die Macht, denn über das Bauprojekt im Nachbardorf wird direkt und ohne Zeitverzug mit der Politik gerungen, und eine Protestbewegung per Knopfdruck ausgelöst.

Soweit, so viel und so wenig. Aggregiere Innovationen und ruf ein neues Zeitalter aus. Martialischer denkenden Beobachter warnen lieber vor dem Cyberkrieg, während Google sein neues Handy präsentiert.

Auf dass ein jeder die Waffe mit sich trage, die später auf ihn gerichtet wird. Oder geht es vielmehr um Liebe, die fünfte Kraft? „Auch gute Freunde wird man [..] bald nicht mehr ohne die elektronischen Medien kennenlernen. Vergilbten Fotoalben voll nostalgischer Schwärmerei durchzublättern wäre dann passé.“

Zum Glück werden wir auch angesichts mancher Schnappschnüsse auf Myspace nostalgisch, während wir all dieser fiesen Halunken nicht mehr Herr werden, die irgenwo irgendwelche unschmeichelhaften Bilder von uns veröffentlichen. Dein Pech, o sinnsuchender Reisender, wenn du hinschaust, wo du nicht wilkommen bist.

Es wird Frühling, und wir sehen wieder mehr.

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