Das neue Jahr beginnt mit Musik

Und das gleich zweifach:

Erstens erkennt die FAZ den Erfolg digitaler Musik gerade in dem Scheitern der Musikindustrie, ihre Rechte gegen die Kopierwut zu verteidigen. Denn inzwischen wird mit gesaugten Songs Geld verdient: „Wer die kleine weiße Schachtel [gemeint ist der iPod] komplett mit kostenpflichtigen Downloads füllt, ist am Ende rund 8000 Euro ärmer.“

Zweitens sind die Franzosen doch nicht so hart, wie sie zum Jahresende taten. Der Standard berichtet (prominentere Quellen bietet Google Deutschland nicht mehr – wieso eigentlich?) , entschlossen sich die Abgeordneten nämlich mal eben, gleich alle Tauschbörsen zu legalisieren.

Was lernen wir daraus? Wo man singt, da lass dich nieder: Deshalb funkt iTunes nach Hause, obwohl das Anonym Normalsurfer im Spiegel überhaupt nicht gefällt. (Wirklich nicht?) Wohl auch, dass der „neue Streit um pauschale Urheberrechtsabgaben“ gar nicht so schlimm ist.

Schließlich haben der Branchenverband Bitkom und Ferdinand Melichar, Vorstand der VG Wort, trotz unterschiedlicher Positionen vor allem eines im Sinn. Dass sich die Verfahren zur Berechnung der Vergütungen nur nicht in juristische Längen ziehen mögen – wenn wir Heise richtig verstehen:

„Der Bitkom hätte es als ‚zukunftsweisender‘ empfunden, wenn die Regierung die Weiche ganz auf die Individualvergütung und DRM umgestellt hätte. Seit langem trommelt der Verband gemeinsam mit einer Vereinigung der Druckerhersteller in diesem Sinne für eine Abschaffung der pauschalen Urheberrechtsabgabe. ][ Die Hoffnung der Regierung, mit den neuen Vorgaben Streitigkeiten rascher aus dem Weg zu räumen, sei „naiv“. Selbst falls die Industrie einzelne Geräte und Speichermedien künftig eher als „im Grunde“ vergütungspflichtig akzeptieren sollte, so fürchtet Melichar dennoch, dass über die Höhe der Abgaben nach für jedes einzelne Produkt juristische Auseinandersetzungen bis zum Bundesgerichtshof erforderlich sind. Dies beträfe auch die bisher geltenden Sätze und Gerätetypen. “

Eben: Nur böse Menschen haben keine Lieder.

1 Kommentar


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.