Archive for September, 2007

Kein neuer Mozart im Web Zwei Null?

Sonntag, September 30th, 2007

Da sind sie wieder: die Bedenken. Sowie die Angst, dass das Abendland spätestens mit Leser-Reportern (also Blogs) untergeht. Andrew Keen, Autor des Titels “Cult of the Amateur” will offenbar der neue Oswald Spengler sein.

“Was mit der Demokratisierung der Medien beginnt, wird mit der Demokratisierung des Talentes enden. Kulturelle Verödung ist das Resultat”, orakelt Keen im Magazin der Berner- und der Baslerzeitung.

Ertrinken wir also in der Leere einer Öffentlichkeit, deren Relevanzrate tendenziell fällt? Das Web 2.0, so schließt E-Commerce-Berater Keen großzügig, “wird die Vitalität der Künste schwächen. Es personalisiert Kultur auf eine Weise, dass diese nurmehr uns selber spiegelt statt die Welt, in der wir leben. Online-Läden personalisieren unsere Präferenzen, um uns hierauf ganz nach unserem Geschmack zu füttern. Blogs personalisieren den Medieninhalt, sodass wir nichts mehr lesen, was über unsere eigenen Gedanken hinausgeht. Google personalisiert unsere Recherchen, sodass alles, was wir am Ende zu sehen bekommen, Anzeigen für Produkte und Dienste sind, die wir ohnehin schon benutzen.”

Kommt uns recht bekannt vor, dieser übliche Wahnsinn schleichender Vermassung. Doch sind deshalb Wissen und Genie in Gefahr, neue Mozarts nicht mehr machbar? Das wollen wir erst sehen. Nur weil jeder könnte, wird nicht jeder was. Schicksal Kommunikationsgesellschaft: Es rauscht und quietscht und knarzt – wie zum Beispiel, wenn Behörden es zum ersten Mal auf eBay tun: Eine Abmahnung und geringer Erlös waren die schrecklichen Folgen.

Kommt sie, oder kommt sie nicht?

Sonntag, September 9th, 2007

Obige Frage stellen sich die Patentanwälte derzeit in den USA. Zwar hat das Repräsentantenhaus gerade beschlossen, die Schadenssumme in Patentrechtsfällen teilbar zu machen und damit tendenziell zu senken. IBM, Microsoft, die Software & Information Industry Association (SIIA) und die Business Software Alliance (BSA) sind für diese Reform der Patentgesetzgebung, wie Heise berichtet. Nur das Weiße Haus blockt noch.

Mal ganz abgesehen von den Motiven, präferiert die Praxis Mäßigung. Ein Markt braucht Bewegung und Grenzen. Immer im Bezug zu dem, der sieht.

20 Jahre GSM

Sonntag, September 9th, 2007

Lang ist es her: Als das Mobiltelefon unser Leben eroberte. Mit ihm kam ein Standard: GSM bedient heute in 220 Ländern rund 85 Prozent der Mobilfunkkunden, wie Heise kommentarlos vermeldet.

Ist die Überlebensfähigkeit eines Übertragungsprotokolls – oder geht’s eher um Frequenz und Modulation, fragt sich, Unwissender – nicht etwas Wunderbares?

Nur was? Die Entstehung eines Netzes, das jeden integrieren kann. Und manche absorbieren. Wir gratulieren, Mann.